Anpassung der TRGS 500 durch Neufassung der Gefahrstoffverordnung

Neu: Schutzstufensystem durch die Maßnahmenhierarchie des STOP-Prinzips


Die TRGS 500 richtet sich in erster Linie an Arbeitgeber und konkretisiert die Gefahrstoffverordnung, in dem sie Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen beschreibt, insbesondere Maßnahmen zum Schutz vor inhalativen, oralen, dermalen und physikalisch-chemischen Gefahren. Diese TRGS beschreibt grundlegend das Vorgehen zu Auswahl und Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

Die TRGS geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung wieder. Die TRGS dienen somit zur Umsetzung von Anforderungen z. B. aus staatlichen Vorschriften wie der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Mit der Neufassung der Gefahrstoffverordnung vom 26. November 2010 wurde u.a. das Schutzstufensystem durch die Maßnahmenhierarchie des STOP-Prinzips angepasst. Im Zuge dessen, sind die entsprechenden technischen Regeln für Gefahrstoffe an die Änderungen anzupassen. Die TRGS 500 wurde grundlegend überarbeitet und an die Paragrafen-Folge der GefStoffV angepasst. Anhand der im Rahmen der Gefahrstoffverordnung durchgeführten Gefährdungsbeurteilung, sind entsprechend dem Ergebnis Schutzmaßnahmen festzulegen und umzusetzen.

Die TRGS beschreibt zunächst allgemeine Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit geringer Gefährdung, welche grundsätzlich einzuhalten sind. Tätigkeiten mit geringer Gefährdungen sind in der TRGS 400 beschrieben. Sind Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit höherer Gefährdung festzulegen, so wird zunächst die Rangfolge der Schutzmaßnahmen beschrieben (Abschnitt 5). Die Rangfolge richtet sich hierbei nach dem STOP-Prinzip:

S - Substitution
T - Technische Schutzmaßnahmen
O - Organisatorische Schutzmaßnahmen
P - Persönliche Schutzmaßnahmen

Die Schutzmaßnahmenhierarchie ist grundsätzlich zu beachten. Dies bedeutet, dass zunächst eine Prüfung auf Ersatz eines Gefahrstoffes bzw. eines Verfahrens (Substitution) durch einen Stoff bzw. ein Verfahren mit einer insgesamt geringeren Gefährdung durchzuführen und zu dokumentieren ist, da es sich um die wirksamste Schutzmaßnahme handelt. Nähere Informationen zur Anwendung und Vorgehensweise der Substitution sind in der TRGS 600 enthalten. Alle weiteren Festlegungen zu Schutzmaßnahmen richten sich nach der Maßnahmenhierarchie, welche in Abschnitt 5 der TRGS beschrieben sind.

Abschnitt 6 beschreibt die allgemeinen Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten, die im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung keine "geringe Gefährdung" ergeben. Die Schutzmaßnahmen beziehen sich auf die Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsorganisation, Begrenzung der Exposition und Lagerung von Gefahrstoffen.

Verfahrensspezifische Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Staub sind im Abschnitt 9 beschrieben. Die dort beschriebenen Schutzmaßnahmen dienen insbesondere der Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte für A- und E-Staub, welche vormals in der TRGS 504 festgelegt waren (A-Staub: Alveolengängiger Staub, E-Staub: Einatembare Staubfraktion).

Die besonderen Schutzmaßnahmen, die nach den §§ 10 und 11 der GefStoffV für CMR-Stoffe (cancerogen, mutagen, reprotoxic) und bei Brand- und Explosionsgefährdungen zusätzlich festzulegen sind, werden in dem Abschnitt 8 der TRGS konkretisiert.

Weitere zusätzliche Schutzmaßnahmen, welche bei Tätigkeiten mit hoher Gefährdung festzulegen sind werden im Abschnitt 7 beschrieben.

Neben den Schutzmaßnahmen die für die routinierten Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausgelegt sind, beschreibt die TRGS auch Maßnahmen bei Betriebsstörungen, Unfällen und Notfällen.

Schließlich wird im Abschnitt 11 die Wirksamkeitsüberprüfung beschrieben. Es werden beispielhaft Möglichkeiten genannt, wie diese erfolgen kann (z.B. durch wiederkehrende Prüfung, Begehungen, Überprüfung persönlicher Schutzausrüstung etc.).

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