Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel – Novellierung der TRBS 1111

Seit dem 26. März 2018 gilt die novellierte Fassung der TRBS 1111. Mit der Neufassung erfolgt eine Anpassung an die aktuelle Betriebssicherheitsverordnung vom 3. Februar 2015 und an die ATEX-Produkt-Richtlinie vom 26. Februar 2014.

Diese Technische Regel konkretisiert grundsätzlich die Anforderungen an Gefährdungsbeurteilungen bzw. sicherheitstechnische Bewertungen von Arbeitsmitteln (Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen sowie überwachungsbedürftige Anlagen) gemäß § 3 BetrSichV. Damit unterstützt sie den Arbeitgeber im Hinblick auf die Vorgehensweise bei der Erstellung/Überprüfung von Gefährdungsbeurteilungen für Arbeitsmittel. Hier bietet die Neufassung der TRBS 1111 deutlich mehr Hinweise und in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigende Punkte.

Aus folgenden zusammengefassten Inhalten der TRBS 1111 kann aktuell Handlungsbedarf bestehen:

Umfang der Gefährdungsbeurteilung:

  • Beginn vor Auswahl / Beschaffung von Arbeitsmitteln (unter Berücksichtigung der EmpfBS 1113),
  • Durchführung / Dokumentation aller Phasen der Verwendung (z.B. auch Reinigen, Umbauen) nach Nr. 4.2 (2) TRBS 1111,
  • Berücksichtigung der Gebrauchstauglichkeit, der alterns- und altersgerechten Gestaltung, ergonomisch relevanter Zusammenhänge sowie der physischen und psychischen Belastung bei der Verwendung von Arbeitsmitteln,
  • Überprüfung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen vor erstmaliger Verwendung und Ermittlung erforderlichen Prüfungen sowie Fristen der wiederkehrenden Prüfungen.

Aktualisierung (unverzüglich) bei:

  • sicherheitsrelevanten Veränderungen der Arbeitsbedingungen,
  • neuen Informationen aus Unfallgeschehen oder Arbeitsmedizin,
  • Prüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen: Feststellung, dass festgelegte Schutzmaßnahmen nicht wirksam oder nicht ausreichen

Qualifikation:

  • Erstellung der Gefährdungsbeurteilung nur durch eine fachkundige Person.
    Verfügt der Arbeitgeber oder sein verantwortlicher Mitarbeiter nicht über die entsprechenden Kenntnisse, so ist er gemäß § 3 Absatz 3 Satz 4 BetrSichV verpflichtet, sich fachkundig beraten zu lassen. Ansonsten sind haftungsrechtliche Situationen nicht vollständig auszuschließen.

Eine ausführliche Erläuterung zu den genannten Technischen Regeln für Betriebssicherheit finden Sie in unserem online Rechtsinformations-System CertLex unter dem Themengebiet Arbeitsschutz.

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