Neufassung der TRBA 400

Erweiterung der Gefährdungsbeurteilung um „psychische Belastungen“:

Adressat der TRBA 400: Unternehmer / Arbeitgeber, bei denen Tätigkeiten mit Biostoffen ausgeführt werden.
Verbindlichkeit: Generell sind Technische Regeln nicht rechtsverbindlich. Bei Einhaltung der Technischen Regeln kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die zugrundeliegenden Forderungen der Gesetze und Verordnungen erfüllt sind (Vermutungswirkung). Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er beweisen, dass er mit dieser Lösung mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreicht.

Die TRBA 400 konkretisiert die Anforderungen der Biostoffverordnung. Sie enthält Empfehlungen und technische Vorschläge dafür, auf welche Art und Weise die jeweiligen Forderungen umgesetzt werden können und geben den zum Zeitpunkt der Bekanntgabe aktuellen Stand der Technik wieder.
Die psychische Belastung ist in vielen Vorschriften und besonders in der Gefährdungsbeurteilung sowie für die Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen ein wichtiges Thema geworden. Daher wird die TRBA 400 um den Abschnitt „Berücksichtigung psychischer Belastung bei Tätigkeiten mit Biostoffen“ und um eine Anlage „Weitergehende Informationen zur Berücksichtigung möglicher Auswirkungen psychischer Belastungen für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Biostoffen“ ergänzt.

Bei Tätigkeiten mit Biostoffen können psychische Belastungen mit akuten Auswirkungen (nicht sicherheitsgerechtes Verhalten und eine steigende Unfallgefahr) und längerfristigen Folgen der veränderten Immunlage entstehen. Die TRBA 400 definiert „Psychische Belastung“ und „Psychische Beanspruchung“ entsprechend der DIN EN ISO 10075-1. Bei gleich ausgeprägten Belastungsfaktoren kann die psychische Belastung der einzelnen Beschäftigten sehr unterschiedlich sein, da sie von den jeweiligen persönlichen Voraussetzungen abhängt. Unabhängig davon haben bestimmte psychische Belastungsfaktoren, wie z.B. Arbeitsverdichtung, in der Regel negative Auswirkungen / Beeinträchtigungen auf alle Beschäftigten.

Die TRBA 400 gibt Hilfestellung bei der Ermittlung der psychischen Belastungsfaktoren, die zu einer Erhöhung der Gefährdung durch Biostoffe (Aufnahme in den Körper und/oder über eine Beeinflussung des Immunsystems) führen können. Sie beschreibt das methodische Vorgehen der Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Biostoffen mit und ohne Schutzstufentätigkeit, sowie in Abhängigkeit von den durch unterschiedliche Biostoffen ausgehenden Gefährdungen. Die in dieser TRBA dargestellten erforderlichen Schutzmaßnahmen müssen zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden. Bei der zusammenfassenden Beurteilung verschiedener Gefährdungen sind die Anforderungen an Schutzmaßnahmen der höheren Gefährdung maßgeblich. Zudem beschreibt die neugefasste TRBA 400 hierzu ausführlich praxisorientierte Beispiele mit unterschiedlichen psychischen Belastungsfaktoren und Schutzmaßnahme. Die Anforderungen an Wirksamkeitsprüfung, Dokumentation, Betriebsanweisung, Unterweisungen und arbeitsmedizinische Beratung bestehen fort.

Klicken Sie hier, um den Volltext der TRBA 400 zu lesen. 

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