Neufassung der TRGS 554 Abgase von Dieselmotoren

Inhalt: Eine Neufassung der TRGS 554 „Abgase von Dieselmotoren“ wurde durch die fortschreitende technische Entwicklung im Bereich Dieselmotortechnik und Abgasreinigungstechnik sowie durch eine Absenkung der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) für Dieselrußpartikel, Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid erforderlich. Die Neufassung erarbeitet vor diesem Hintergrund, mit welchen Schutzmaßnahmen, die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden können.

Adressat: Diese TRGS richtet sich in erster Linie an Arbeitgeber, bei denen Tätigkeiten in Arbeitsbereichen ausgeführt werden, in denen Abgase von Dieselmotoren in der Luft an Arbeitsplätzen auftreten können.

Verbindlichkeit: Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) konkretisiert die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Technische Regeln enthalten Empfehlungen und technische Vorschläge dafür, auf welche Art und Weise die jeweiligen Forderungen der Gesetze und Verordnungen umgesetzt werden können und geben den zum Zeitpunkt der Bekanntgabe aktuellen Stand der Technik wieder. Generell sind Technische Regeln nicht rechtsverbindlich. Bei Einhaltung der Technischen Regeln kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die zugrunde liegenden Forderungen der Gesetze und Verordnungen erfüllt sind (Vermutungswirkung). Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er beweisen, dass er mit dieser Lösung mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreicht.


Nach langer Grenzwertdiskussion im Ausschuss für Gefahrstoffe wurden schließlich 2017 verbindliche Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) für Dieselmotoremissionen festgelegt sowie die Arbeitsplatzgrenzwerte für Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid abgesenkt. Neben einer Berücksichtigung der neuen AGW wird diese TRGS 554 auch an den technischen Fortschritt angepasst. Dadurch gewinnen die Stickoxide, die Substitution alter Dieselmotoren sowie die neuen Methoden der Abgasreinigungstechnik bei der Ableitung von Schutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Der Arbeitgeber hat für Arbeitsbereiche, in denen Abgase von Dieselmotoren auftreten können, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Höhe und Dauer der Expositionen festzustellen und zu dokumentieren. Aufgrund der Einstufung gemäß § 2 Abs. 3 GefStoffV liegt bei einer Überschreitung des AGW für Dieselrußpartikeln eine krebserzeugende Tätigkeit nach TRGS 906 vor. Auch die Wirkungen von Kohlenmonoxid und von Stickoxiden ist in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen. So sind bei Tätigkeiten und Verfahren, in denen Abgase von Dieselmotoren freigesetzt werden, mindestens Dieselrußpartikel, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid in das Gefahrstoffverzeichnis aufzunehmen. Darüber hinaus ist ein Verzeichnis der exponierten Beschäftigten zu führen, wenn der AGW für Dieselrußpartikel überschritten wird. Dieses Verzeichnis ist ebenfalls zu führen, wenn dem Arbeitgeber keine ausreichende Information über die Höhe einer möglichen Exposition vorliegt. Mit der Neufassung wird auch eine Abgrenzung und Kennzeichnung von ganz oder teilweise geschlossenen Arbeitsbereichen, in denen eine Überschreitung des AGW für Dieselrußpartikel auftreten können, erforderlich.

Die komplette Erläuterung zu dieser Technischen Regel finden Sie in unserem online Rechtsinformations-System CertLex in dem Themenbereich Arbeitsschutz unter dem Themengebiet „Gefahrstoffe“.

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16.04.2019

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